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Wo stehst Du gerade?

Heute Morgen im Garten, unter unserer Kastanie.

 

Während ich die Blüten betrachtet habe, wurde mir wieder bewusst, wie klar die Schöpfung aufgebaut ist. Alles folgt denselben grundlegenden Bewegungen – unabhängig davon, ob wir sie im Kalender, in der Astrologie oder einfach in der Natur beobachten.

 

Die Kastanie steht gerade im Prinzip des Werdens. Sie ist sichtbar, in Aktivität, in Fülle.

Und doch ist das nur eine Phase.

 

Vor wenigen Wochen war sie noch kahl – im Rückzug, in der Stille. Davor lag das Vergehen des letzten Zyklus. Und davor wiederum ein neuer Anfang.

 

Diese vier Bewegungen durchziehen alles:

Entstehen.

Werden.

Vergehen.

Rückkehr.

 

Es ist keine Theorie. Es ist ein lebendiger Rhythmus.

 

Wir Menschen neigen dazu, eine dieser Phasen festhalten zu wollen – meist das Werden, das Sichtbare, das „Lebendige“.

Doch die Kastanie zeigt uns etwas anderes. Sie versucht nicht, ihre Blüte zu bewahren. Sie stellt sich ganz in den Moment.

Sie schenkt ihre Fülle – Hunderten von Bienen und Hummeln. Seit Tagen liegt ein leises, beständiges Summen in der Luft.

Und dann wird auch das wieder vergehen.

 

Ihre Entlastung liegt vielleicht genau darin? Dass sie nicht alles gleichzeitig halten muss.

Dass sie nicht in jeder Phase gleich funktionieren will.

 

Für uns kann darin ein entscheidender Impuls liegen… Zu erkennen, wo wir gerade stehen. Und diese Phase wirklich zu leben.

Alles andere folgt von selbst. Und daraus öffnet sich ganz sicher ein neuer Zyklus – auf einer neuen Ebene.

 

Schönen Sonntag!

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